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Abbildung 1:

Eine Schicht der nativen koronar angefertigten T1-Sequenz nach intravenöser Kontrastmittelgabe mit Nachweis einer kortikospongiös verlaufenden Linienbildung angrenzend an den Symphysenspalt.

Abbildung 2:

Ausgeprägtes, persistierendes Knochenmarködem Os pubis rechts

Oedem

Abbildung 3:

Extrem ausgeprägte
Knochenmarködeme in beiden Schambeinästen

Diagnosestellung und Therapie

Wir kontrollieren den Verlauf des umschriebenen Knochenmark√∂dems w√∂chentlich im eigenen MRT und erkennen trotz Belastungspausen zun√§chst eine Verschlimmerung des Befundes. Erst nach 4-6 Wochen ist eine langsame R√ľckbildung zu erkennen.

Bei der Wiederaufnahme der Belastung kommt es jedoch wieder zu einer sofortigen Zunahme des √Ėdems. Knochenmark√∂deme sind hinsichtlich ihres Krankheitswertes leider oft umstritten, wie zum Beispiel bereits berichtet in Studien von einer australischen Arbeitsgruppe √ľber Knochmark√∂dembildung bei Jugendleistungsfu√üballer.

Radiologen sprechen sehr h√§ufig von Bone bruise (Abb.2), wenn sie im MRT das Knochenmark√∂dem ohne begleitende Frakturlinie sehen. Doch durch von uns im frustranen Verlauf zus√§tzlich aber wegen der hohen Strahlenbelastung sehr selten eingesetzte D√ľnnschichtcomputertomographie-Aufnahmen (Knochenfenster) sehen wir inzwischen vermehrt aufgelockerte trabekul√§ren Strukturen mit Kontinuit√§tsunterbrechungen (kortikospongi√∂se Linien) und Reparationsvorg√§nge und nicht zu Letzt feine kortikale Einrisse in den betroffenen Schambein√§sten und in den Bereichen der Adduktorensehnenans√§tze.

Aufgrund dieser Erfahrungen muss bei fr√ľhzeitiger Diagnosestellung eine Zwangspause f√ľr mindestens sechs Wochen erfolgen, √§hnlich wie bei einer Erm√ľdungsfraktur am Fu√ü. Bei entsprechend sp√§ter erkanntem Lokalbefund kann man von 12 Wochen und mehr Karenzzeit ausgehen. Es sind dabei weitere MRT-Verlaufskontrollen erforderlich.

W√§hrend dieser Zwangspause darf der betroffene Sportler kein Ausgleichstraining, keine manuelle Therapie, keine Reizstrom- oder Ultraschallbehandlungen, keine Sto√üwellentherapie, keine Kortisoninfiltrationen, keine Dehn√ľbungen, keine allgemeine Physiotherapie, kein Fahrradfahren, kein Schwimmen und auch kein Training auf dem Laufband absolvieren.

Diese lange Verbotsliste muss strikt eingehalten werden. Auch Tabletten mit viel Kalzium und Vitamin D3 oder andere, die die Heilung beschleunigen sollen ‚Äď wir zum Beispiel verabreichen im Einzelfall Bisphosphonate intraven√∂s monatlich √ľber 3-5 Monate ‚Äď sind mehr als umstritten, obwohl manche Endokrinologen und Osteologen uns hierzu ermutigt haben.

Ebenso fragw√ľrdig ist der Sinn des Gebrauchs der gro√üen Palette an entz√ľndungshemmenden Medikamenten, die so oft zur Fehleinsch√§tzung des Betroffenen selbst f√ľhrt und ihn durch die Schmerzlinderung viel zu fr√ľh zum Aufbautraining ermutigt.

Immer wieder werden falsche Empfehlungen von allen Seiten gegeben: die intensive Kr√§ftigung der R√ľckenmuskulatur, das permanente Dehnen der H√ľftadduktoren und der Aufbau der schr√§gen Bauchmuskulatur um Dysbalancen auszugleichen. Diese Therapie-Ans√§tze sind vor der Erkrankung notwendig und sinnvoll ‚Äď und nach der sicheren Ausheilung, aber nicht begleitend w√§hrend der Heilungsphase. Die lokale Stressirritation an den Schambein√§sten muss verhindert werden, wenn man wie wir von einer Infraktion
ausgeht.

Die langen und unterschiedlichen Ausfallzeiten der Fu√üballer lassen sich zumeist auf falsche Behandlung zur√ľckf√ľhren, au√üerdem auf zu sp√§te Erkennung, nicht eingehaltene Zwangspausen und die krampfhaften Versuche, mittels unterschiedlicher Methoden die Ver√§nderung am Knochen zu beeinflussen, auch durch unn√∂tige Operationen.

Anschrift & Kontakt

Dr.med. E. Merkle
Facharzt f√ľr Orthop√§die

Praxisklinik
f√ľr Orthop√§die
&
Sporttraumatologie


Theresienhöhe 1
50354 H√ľrth/Rheinland

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