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Abbildung 1:

Eine Schicht der nativen koronar angefertigten T1-Sequenz nach intravenöser Kontrastmittelgabe mit Nachweis einer kortikospongiös verlaufenden Linienbildung angrenzend an den Symphysenspalt.

Abbildung 2:

AusgeprÀgtes, persistierendes Knochenmarködem Os pubis rechts

Oedem

Abbildung 3:

Extrem ausgeprÀgte
Knochenmarködeme in beiden SchambeinÀsten

Therapie der SchambeinentzĂŒndung bei Fußballern - oft eine schleichende und verborgene Fraktur des Beckens

Aus falscher Diagnose können falsche TherapieansÀtze erfolgen!

Die SchambeinentzĂŒndung (Ostitis pubis) ist sehr hĂ€ufig mit einem umschriebenen Knochenmarködem in den angrenzenden SchambeinĂ€sten (Synostosis ischiopubica) vergesellschaftet. Beim Leistungssportler, vor allem bei Profi-Fußballern, ist sie am ehesten mikrotraumatisch ausgelöst - durch besondere dynamische Zug- und ScherkrĂ€fte bei starker Beugung in der HĂŒfte und intensive Streckung in den Knien. Die auffĂ€llige VerĂ€nderung am Knochen darf aus radiologischer und orthopĂ€discher Sicht nicht ausschließlich als EntzĂŒndung, Reizödem, Stressödem oder Bone bruise angesehen werden, sondern sollte als schleichender und okkulter Prozess eines ErmĂŒdungsbruchs (okkulte Fraktur) in dem betroffenen Schambeinast bezeichnet und als solcher behandelt werden. Zur Beurteilung des Befundes sind regelmĂ€ĂŸige MRT-Verlaufskontrollen mit Kontrastmittel und gegebenenfalls die Knochenszintigraphie erforderlich. Bei schwerwiegenden FĂ€llen mit unbestimmter Heilungsdauer sollte im Zweifel zusĂ€tzlich eine DĂŒnnschichtcomputertomographie (Knochenfenster) zum Nachweis der existierenden kortiko-spongiösen Frakturlinien,Umbauzonen und Callusbildungen durchgefĂŒhrt werden.

Bei jungen Sportlern sind in der Regel diese primĂ€r nicht auf den nativen Röntgenbildern zu erkennen, erst spĂ€ter kommen nativ radiologische Zeichen, wie wabige Auflockerung, Kalkschatten und Callusbildung zum Vorschein. Bei einer frĂŒhen Erkennung des Knochenbefundes durch MRT-Untersuchungen mit Kontrastmittel des Beckens ist eine sofortige und mindestens 6-wöchige Zwangspause nötig. Auch eine Bettruhe von 2 - 3 Wochen bei beidseitigem Befund ist zu erwĂ€gen. WĂ€hrend dieser Zeit darf wegen der Gefahr der zu frĂŒhen Belastung und FehleinschĂ€tzung des Betroffenen weder reduzierte Belastung noch begleitende physikalische, krankengymnastische oder medikamentöse Therapie erfolgen. Die Ausnahme ist Vitamin D3-Gabe bei nachgewiesenem Mangel.

Anderweitige Behandlungen dieses Krankheitsbildese resultieren hĂ€ufig in auffĂ€llig langen Ausfallzeiten der Sportler und fĂŒhren zu guter Letzt zu frustanen VerlĂ€ufen, unnötigen OP-Indikationen im Bereich der Leistenregionen, bis hin zum vorzeitigen Karriereende im Leistungssport.

Bei spĂ€ter Erkennung des Krankheitsbildes ist die Heilungsdauer unbestimmt. Sie nimmt hĂ€ufig mehrere Monate bis Jahre in Anspruch. Der Behandlungsansatz mit Bisphosphonaten, Kalzium und Vitamin D ist aus empirischer Erfahrung zum Teil gerechtfertigt. Operationen sind in der Regel nicht notwendig und eher zu vermeiden. Die Muskulus gracilis - und Musculus adduktor longus Tenotomie in Verbindung mit Anbohren des Osteoödem kann den Heilungsprozess beschleunigen. Die chirurgische Verplattung im Bereich der Symphyse ist ein Risiko fĂŒr die im Anschluss erhoffte uneingeschrĂ€nkte Belastbarkeit im Sport.

Medizin Aktuell:

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Dr.med. E. Merkle
Facharzt fĂŒr OrthopĂ€die

Praxisklinik
fĂŒr OrthopĂ€die
&
Sporttraumatologie


Theresienhöhe 1
50354 HĂŒrth/Rheinland

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